(no subject)
Sep. 16th, 2023 04:57 pmTeam: D.A.V.E.
Challenge: Angst - Character Death (fürs Team)
Fandom: Nocturne Whispers
Charaktere: Santiago Gutierrez Lopez
Hau da ab. Sofort.
Es kam nicht oft vor, dass Santiago derart deutlich in seinen Nachrichten wurde. Er war zu alt, zu sehr darauf bedacht, Distanz zu wahren. Dieser verdammte Werwolf hatte all das so gründlich unterwandert, dass er sogar seine Verpflichtung als Wächter über den wackeligen Friedensvertrag zwischen Werwölfen und Vampiren vernachlässigt hatte.
Selbst als klar geworden war, dass diese Angelegenheit Aidan über den Kopf wuchs, hatte Santiago keine offiziellen Ermittlungen veranlasst. Einfach nur, weil er darum gebeten worden war. Und weil er geglaubt hatte, dass der sture Wolf durch sein Netzwerk geschützt war.
“Sie lassen Faith in Ruhe, solange sie mich nicht gefunden haben”, hatte Aidan noch vor einer Woche gesagt.
Jetzt hatten sie ihn gefunden. Ein Allerweltsname und die Fähigkeit, unter dem Radar zu bleiben, schützte nur für eine gewisse Zeit.
Am liebsten hätte Santiago sein Handy gegen die nächste Wand geworfen aber das hätte das Gerät nicht überlebt und er brauchte es noch. Also steckte er es in seine Jackentasche, während er seine Möglichkeiten durchging. Irgendjemand aus Aidans Netzwerk hatte ihn ans Messer geliefert. Wer, wie und warum, das würde er noch herausfinden müssen. Fakt war, dass er einen Weg finden würde, es diese Person bitter bereuen zu lassen. Das ging gegen alles wofür die Wächter standen, aber im Moment war es ihm egal.
Wie konnte er am schnellsten zu Aidan gelangen? Es war tief in der Nacht, es wäre kein Problem, den Weg zu Fuß zurückzulegen als Vampir war er schnell genug. Trotzdem entschied er sich für sein Motorrad. Die technischen Möglichkeiten dieses Jahrhunderts waren äußerst nützlich, vor allem wenn man auch einen vielleicht notwendigen schnellen Abgang mit einem deutlich langsamerem Werwolf einplanen musste.
Das Motorengeräusch war ein fast schmerzhaftes Donnern in seinen scharfen Ohren, aber sein unnötiger Herzschlag beruhigte sich etwas, als er unterwegs war. Selbst in New York war zu dieser Uhrzeit weniger Verkehr als sonst, es war kein Problem, alle Geschwindigkeitsbegrenzungen zu ignorieren. Einmal fegten ihn die Gesetze der Physik fast aus der Kurve, nur eine Mischung aus Glück, Erfahrung und übermenschlicher Reflexe bewahrten ihn davor.
Warum hatte er es so weit kommen lassen? Er hatte eigentlich viel zu viele Freunde und Geliebte überlebt, um so nachlässig zu sein, sich wieder in einen Sterblichen zu verlieben. Vor ein paar Monaten hatte er mit Chloe darüber gesprochen. Ausgerechnet. Aber es hatte rausgemusst und sie stand nicht nur abseits genug von der ganzen Politik sondern würde auch den Mund halten. Eine Antwort hatte sie nicht gehabt. Nur dieses etwas traurige Lächeln das verriet, wie gut sie das Gefühl kannte, jemanden gegen alle Vernunft zu lieben.
Aidan wusste es nicht. Sie hatten nie darüber gesprochen. Vielleicht ahnte er es, aber sie waren beide zu stur, zu sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht, zu pflichtbewusst gegenüber den ihren.
Er ignorierte eine rote Ampel und wich einer Gruppe sturzbetrunkener Fußgänger aus. Irgendwer hupte, das fiel aber nicht mehr ins Gewicht.
In seiner Tasche vibrierte es und der Signalton drang selbst durch den dröhnenden Motor an seine Ohren. Zwei Abzweigungen später war die Straße für einen Moment leer genug, um auf das Handy schauen zu können.
Zu spät.
Challenge: Angst - Character Death (fürs Team)
Fandom: Nocturne Whispers
Charaktere: Santiago Gutierrez Lopez
Hau da ab. Sofort.
Es kam nicht oft vor, dass Santiago derart deutlich in seinen Nachrichten wurde. Er war zu alt, zu sehr darauf bedacht, Distanz zu wahren. Dieser verdammte Werwolf hatte all das so gründlich unterwandert, dass er sogar seine Verpflichtung als Wächter über den wackeligen Friedensvertrag zwischen Werwölfen und Vampiren vernachlässigt hatte.
Selbst als klar geworden war, dass diese Angelegenheit Aidan über den Kopf wuchs, hatte Santiago keine offiziellen Ermittlungen veranlasst. Einfach nur, weil er darum gebeten worden war. Und weil er geglaubt hatte, dass der sture Wolf durch sein Netzwerk geschützt war.
“Sie lassen Faith in Ruhe, solange sie mich nicht gefunden haben”, hatte Aidan noch vor einer Woche gesagt.
Jetzt hatten sie ihn gefunden. Ein Allerweltsname und die Fähigkeit, unter dem Radar zu bleiben, schützte nur für eine gewisse Zeit.
Am liebsten hätte Santiago sein Handy gegen die nächste Wand geworfen aber das hätte das Gerät nicht überlebt und er brauchte es noch. Also steckte er es in seine Jackentasche, während er seine Möglichkeiten durchging. Irgendjemand aus Aidans Netzwerk hatte ihn ans Messer geliefert. Wer, wie und warum, das würde er noch herausfinden müssen. Fakt war, dass er einen Weg finden würde, es diese Person bitter bereuen zu lassen. Das ging gegen alles wofür die Wächter standen, aber im Moment war es ihm egal.
Wie konnte er am schnellsten zu Aidan gelangen? Es war tief in der Nacht, es wäre kein Problem, den Weg zu Fuß zurückzulegen als Vampir war er schnell genug. Trotzdem entschied er sich für sein Motorrad. Die technischen Möglichkeiten dieses Jahrhunderts waren äußerst nützlich, vor allem wenn man auch einen vielleicht notwendigen schnellen Abgang mit einem deutlich langsamerem Werwolf einplanen musste.
Das Motorengeräusch war ein fast schmerzhaftes Donnern in seinen scharfen Ohren, aber sein unnötiger Herzschlag beruhigte sich etwas, als er unterwegs war. Selbst in New York war zu dieser Uhrzeit weniger Verkehr als sonst, es war kein Problem, alle Geschwindigkeitsbegrenzungen zu ignorieren. Einmal fegten ihn die Gesetze der Physik fast aus der Kurve, nur eine Mischung aus Glück, Erfahrung und übermenschlicher Reflexe bewahrten ihn davor.
Warum hatte er es so weit kommen lassen? Er hatte eigentlich viel zu viele Freunde und Geliebte überlebt, um so nachlässig zu sein, sich wieder in einen Sterblichen zu verlieben. Vor ein paar Monaten hatte er mit Chloe darüber gesprochen. Ausgerechnet. Aber es hatte rausgemusst und sie stand nicht nur abseits genug von der ganzen Politik sondern würde auch den Mund halten. Eine Antwort hatte sie nicht gehabt. Nur dieses etwas traurige Lächeln das verriet, wie gut sie das Gefühl kannte, jemanden gegen alle Vernunft zu lieben.
Aidan wusste es nicht. Sie hatten nie darüber gesprochen. Vielleicht ahnte er es, aber sie waren beide zu stur, zu sehr auf ihre Unabhängigkeit bedacht, zu pflichtbewusst gegenüber den ihren.
Er ignorierte eine rote Ampel und wich einer Gruppe sturzbetrunkener Fußgänger aus. Irgendwer hupte, das fiel aber nicht mehr ins Gewicht.
In seiner Tasche vibrierte es und der Signalton drang selbst durch den dröhnenden Motor an seine Ohren. Zwei Abzweigungen später war die Straße für einen Moment leer genug, um auf das Handy schauen zu können.
Zu spät.