Haha -.-

Aug. 28th, 2009 02:05 pm
luinaldawen: (Default)
[personal profile] luinaldawen
Wollte ich schreiben?
Wollte ich wirklich ernsthaft schreiben?
Guter Witz.

Aber da ich hin und wieder ja doch fleißig bin, etwas Lesestoff. Ist zwar schon etwas älter und weder TMI, noch PoT oder Sailor moon...
Dafür Supernatural, mein erster Versuch und... Naja. Lasst mich am Leben.


Irgendwie... war es beschissen.

Er konnte sich nicht wirklich erklären, woran er dieses Gefühl genau festmachte, aber da war defintiv etwas, was der ganzen Sache einen höchst unangenehmen Beigeschmack gab.

Vielleicht lag es daran, dass diese Bruchbude das bisher klassischste Geisterhaus war, dass er jemals gesehen hatte – und er hatte schon eine ganze Menge gesehen. Aber die meisten Geister spukten in irgendwelchen relativ normalen Häusern herum. Was auch immer der Reiz daran sein mochte, eine Familie nach der anderen zu vergraulen.

Dieses Prachexemplar hatte die bisherigen Hausbewohner so gründlich und ausdauernd vertrieben, dass niemand mehr in diesem hübschen Häuschen nahe eines Waldes am Rand einer idyllischen kleinen Stadt, leben wollte.

Inzwischen war hübsch nicht mehr die richtige Bezeichnung für das Haus. Selbst, wenn man beide Augen ganz fest zukniff. Es war eigentlich nur aus einem Grund noch nicht abgerissen worden. Und zwar, weil jedesmal, wenn jemand in genau dieser Absicht das Grundstück betreten hatte, irgendein Unfall passiert war. Erst waren es nur Kleinigkeiten gewesen. Irgendein Kurzschluss bei den Baumaschienen, ein Arbeiter, der ein Loch übersah und hieninstürzte. Dann gab es den ersten Toten. Und den zweiten.

Danach hatten die Leute die Nase voll und das Haus einfach seinem Schicksal überlassen.

Und jetzt hatte er den Stress mit dieser Hütte an Hals. Weil irgendwelche Kinder die bescheuerte Idee gehabt hatten, hier eine Mutprobe zu starten. Was den nächsten Toten zur Folge hatte. Mit richtig viel Splatter. Als Dean die Bilder in den Polizeiakten gesehen hatte, war ihm erstmal ziemlich schlecht geworden und er war inzwischen nun wirklich einiges gewöhnt.

Vielleicht hatte es ihn so mitgenommen, weil es sich bei dem toten Kind um einen kleinen Jungen gehandelt hatte. Einem kleinen Jungen, dessen großer Bruder untröstlich war.

Vielleicht hatte er sich in dem Bruder selbst wiedergefunden. Und in dem toten Kind Sam. Wer wusste das schon.

Das konnte ein weiterer Grund sein, warum er diesem Fall absolut nichts abgewinnen konnte. Sam war nicht da.

Sein kleiner Bruder war nicht hier. Was einerseits gut war, so bestand keine Gefahr, dass er auch so enden würde... nicht dass diese Gefahr irgendwie realistisch war, Sam konnte auf sich aufpassen.

Aber es war ihm immer lieber gewesen, wenn er wusste, wo Sam sich herumtrieb, dann konnte er ein Auge auf ihn haben.

Er würde wohl nie wieder auf ihn aufpassen können.

Sam war gegangen. Vor einem Monat.

Nach Stanford.

Und ihn hatte er zurückgelassen. Allein mit seinem Vater, dessen Laune nach Sams Weggang sogar einen Rachegeist zurückweichen lassen würde. In dem Sinne war es irgendwie schade, dass John Winchester gerade diesen Job Dean alleine überlassen hatte um irgendeiner Spur nachzugehen.

Und vermutlich dabei rein zufällig in Stanford vorbeischauen. Einfach nur um sicherzugehen, dass es Sam gut ging, auch wenn er es niemals zugeben würde. Und er saß hier in dieser blöden Geisterhütte und versuchte irgendwie herauszukriegen, um wen es sich bei diesem bescheuerten Geist handelte und wo der Mistkerl begraben war, damit er dessen Knochen abfackeln konnte.

Der erste Job ohne Sam...

Wütend kickte Dean einen Steinbrocken – vermutlich stürzte das Haus bald von alleine zusammen – gegen die Wand. Er hatte nicht die geringste Lust, draufzugehen, nur weil er immer wieder an Sam denken musste. Der hatte doch beschlossen, das alles hier hinzuschmeißen und ihn hängen zu lassen.

Stanford.

Pah!

Was half einem das College, wenn in der ganzen Welt Geister und Dämonen ihr Unwesen trieben? Ließen die sich von einem Collegeabschluss etwa beeindrucken? Von wegen! Die Chance, dass man mit einem Geist fachsimpeln konnte waren so ziemlich nicht vorhanden!

Guten Tag, ich sehe, Sie haben studiert? Na so ein Zufall aber auch, ich ebenfalls. Vor 100 Jahren, das waren noch Zeiten...

Schwachsinn!

Der nächste Stein wurde gegen die Wand gekickt. Wäre schön, ginge das so leicht.

Es war nur ein leises Knacken, das ihn warnte und reflexartig nach vorne hechten ließ. Da, wo er eben noch gestanden hatte, brach plötzlich die ganze Decke herunter. Wie war das noch mit der Baufälligkeit?

Ha! Wenn das nur so einfach zu erklären wäre. Er konnte die Wut des Geistes richtig riechen. Tja Kumpel, selber Schuld. Hättest auch einfach dahin gehen können, wohin die Toten nunmal gehen, wenn sie tot sind. Dann hätten wir beide ein Problem weniger.

Was bitte war denn so toll daran, auch nach seinem Tod der Umgebung auf den Wecker zu fallen? Reichte denen ein ganzes Leben nicht? War es zu viel verlangt, einfach zu sterben, wie es sich gehörte?

Nein, er musste sich jetzt damit herumschlagen... und ein kleiner Junge war tot.

Und zwei Bauarbeiter. Die sollte er nicht vergessen. Heldenhaft in Ausführung ihres Berufs gestorben.

Würde ihm dasselbe passieren, würde man nicht so ein Riesentamtam machen, so viel stand schon mal fest. Ob Sam zu seiner Beerdigung kommen würde? Mit Frau und Kindern? Oder einfach nur der Freundin? Wer wusste schon, wann es ihn erwischen würde... Sollte es Sam in dem ruhigen Vorzeigeleben, dass er sich gewählt hatte, sterben – irgendwie vollkommen unspektakulär bei einem Autounfall oder in 50 Jahren friedlich in seinem Bett – würde sicher auch ein Riesentamtam um ihn gemacht werden. Sam war irgendwie immer gut mit den Leuten klargekommen. Die Menschen mochten ihn. Vertrauten ihm. Er war immer der Ruhigere von ihnen beiden gewesen. Der Vernünftige. Ha! Der kleine Bruder bremste den Großen. Sollte es nicht eigentlich anders rum sein?

Einfach nur um seine merkwürdigen Gedankengänge abzuwürgen konzentrierte Dean sich wieder auf seine Umgebung. Eigentlich war es erstaunlich, dass er noch lebte... Er war jetzt an der Hintertür angelangt und öffnete sie. Oder vielmehr: Wollte sie öffnen. Das Ding klemmte mit einer ganz erstaunlichen Hartnäckigkeit. Darum hatte der Geist sich also relativ ruhig verhalten...

Shit...“ Das war jetzt nicht gut. Aber... so stabil konnte dieses alte, morsche Ding doch gar nicht sein. Dean versuchte es mit einem kräftigen Tritt gegen das halbvermoderte Holz und... trat durch die Tür hindurch. Das war auf der einen Seite gut, denn sie schwang jetzt auf... aber dummerweise steckte sein Fuß noch drin und aus einem Grund, über den Dean gar nicht so genau nachdenken wollte, bekam er ihn nicht mehr frei. Erstmal war das kein Problem, sondern nur peinlich – wäre Sam da, würde er ihn das über Jahre hinweg nicht vergessen lassen – aber als für eine Millisekunde eine geisterhafte Gestalt vor ihm aufflackerte, merkte Dean, dass er doch in Schwierigkeiten steckte.

Uh-oh...“ Mit einem Ruck versuchte er, seinen Fuß zu befreien, erreichte aber nur, dass er fast das Gleichgewicht verlor, was seinem Knie und seinem Hüftgelenk nicht unbedingt gefiel.

Was hast du vor, du Scheißvieh? Willst du warten, bis ich mich hier auf die Fresse lege?“ Es war vielleicht keine besonders gute Idee, den Gegner zu provozieren, während man selbst gerade so ziemlich auf dem Silbertablett präsentiert wurde, aber das war Dean gerade vollkommen egal. Wäre Sam dabei, hätte er dieses Problem nicht, verdammte Scheiße!

Und würde er nicht andauernd über Sam nachgrübeln, vermutlich auch nicht. Das war verdammt noch mal nicht fair! Nochmal versuchte er, seinen Fuß zu befreien. Das gelang diesmal zwar, dafür verlor er durch den Ruck aber das Gleichgewicht und fiel der Länge nach hin. Und jetzt knarrte die Decke über ihn auch noch so verdächtig...

Das. War. Nicht. Gut.

Gar nicht gut.

Erste Steinchen rieselten auf ihn herab und endlich, nach einer gefühlten Ewigkeit kam ihm in den Sinn, dass es vielleicht eine ganz gute Idee wäre, aufzustehen und die Beine in die Hand zu nehmen...

Er hatte sich gerade halb aufgerappelt, als jemand seinen Unterarm packte und einfach in die Höhe zerrte. „Komm schon!“

Das war so ziemlich die letzte Stimme mit der er gerechnet hatte und nachdem er sich mit zwei hastigen Schritten aus der Gefahrenzone gebracht hatte, sah er seinen Vater an. „Dad, was machst du denn hier?“

Deinen Arsch retten. Warum stellst du dich hier an wie ein Anfänger? Der Job hätte ein Kinderspiel sein sollen!“

Verdammt, warum war Dad hier? Der sollte doch... sonstwo sein! Auf Dämonensuche oder Kontrollbesuch bei Sam! Überall aber nicht hier!

Oh man, sei doch einfach froh, sonst hättest du hier ein echtes Problem gehabt schalt er sich in Gedanken selbst. Es wäre ihm aber trotzdem lieber gewesen, wenn Sam plötzlich wie aus dem Nichts aufgetaucht wäre...


~*~~*~


Einen Bundestaat entfernt sah Sam Winchester aus dem Fenster seines neuen Zimmers und atmete einmal tief durch. Irgendwie... hatte er bis eben kein besonders gutes Gefühl gehabt. Aber erst, als es verschwunden war, war er sich dieses Gefühls auch bewusst geworden.

Dean...

Ihm würde doch wohl nichts passiert sein... Mit einem schwachen Lächeln schüttelte er den Kopf. So ein Unsinn! Es ging hier schließlich um Dean! Und Dean konnte auf sich aufpassen. Er war immer derjenige von ihnen gewesen, der mit dem Leben, in das sie hineingewachsen waren, besser klargekommen war.

Sam war klar, dass er sich Illusionen machte. Auch wenn Dean sein großer Bruder war, auch er konnte nicht alles. Diesen Glauben hatte er schon lange verloren. Ebenso wie die den Glauben an den Vater, der alles wieder richten konnte. Falls er den jemals gehabt hatte. Immer war es Dean gewesen, der ihm beigestanden hatte. Der es irgendwie geschafft hatte, dass es nicht ganz so schlimm war, wenn sie wieder ans andere Ende der USA gefahren waren, nur weil da unter Umständen eine Spur von dem Dämon zu finden sein würde.

Sam war es egal gewesen, dass sein Vater ausgerastet war, als er ihm gesagt hatte, dass er nach Stanford gehen würde. Und das er nicht zurückkommen wollte.

Was ihm nicht egal gewesen war war, dass Dean ihn mit diesem furchtbar schockierten, zutiefst fassungslosen Blick angesehen hatte. Das war der Grund gewesen, warum er es seinem Bruder nicht vorher gesagt hatte, sondern ihn ebenso vor vollendete Tatsachen gestellt hatte, wie seinen Vater. Denn hätte Dean ihn vorher mit diesem Blick angesehen, hätte er es niemals fertiggebracht zu gehen.

Es war einfacher geworden, als Dean wütend geworden war. Nicht so wütend, wie Dad, das wurde Dean nie. Deans Wut wurzelte viemehr in der Enttäuschung, dass Sam einfach gehen wollte. Dass er es einfach beschlossen hatte. Ohne ihn mit einzubeziehen.

Er seufzte. Wieder waren seine Gedanken in der Vergangheit hängen geblieben.

Wieder bei Dean.

Es klopfte an der Tür. Zum Glück. Sonst würde er hier noch endgültig durchdrehen. Er würde einfach nicht mehr an Dean denken. Sondern nur noch an das hübsche Mädchen, das da vor seiner Tür stand und das ihm bereits an seinem ersten Tag in Stanford aufgefallen war.

Jessica.

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